Du wünschst dir Liebe. Aber sobald dir jemand wirklich nahekommt, möchtest du am liebsten weglaufen.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl.
Du hast jemanden kennengelernt. Ihr versteht euch gut. Du fühlst dich gesehen und verstanden. Eigentlich könnte alles schön sein.
Doch plötzlich verändert sich etwas.
Dein Brustkorb wird eng. Du wirst unruhig. Du suchst nach Fehlern beim anderen. Vielleicht meldest du dich weniger oder ziehst dich ganz zurück.
Und irgendwann fragst du dich: Warum passiert mir das immer wieder?
Bei anderen Menschen zeigt sich die Angst genau umgekehrt.
Der Partner meldet sich einige Stunden nicht und sofort beginnt das Gedankenkarussell.
Ist etwas passiert? Liebt er mich noch? Habe ich etwas falsch gemacht?
Das Herz schlägt schneller. Der Magen zieht sich zusammen. Erst wenn eine Nachricht kommt, lässt die Anspannung nach.
Hinter diesen unterschiedlichen Reaktionen können Bindungsangst oder Verlustangst stehen.
Was ist Bindungsangst und was ist Verlustangst?
Bei Bindungsangst kann emotionale Nähe Unsicherheit auslösen. Obwohl sich Betroffene eine Partnerschaft wünschen, erleben sie Verbindlichkeit manchmal als bedrohlich oder einengend.
Bei Verlustangst steht dagegen die Sorge im Vordergrund, einen wichtigen Menschen zu verlieren oder verlassen zu werden.
Beide Ängste können auch gemeinsam auftreten.
Ein Mensch kann sich beispielsweise nach Nähe sehnen und gleichzeitig Angst davor haben, sich emotional abhängig zu machen.
Warum reagiert der Körper so stark?
Unser Nervensystem ist darauf ausgerichtet, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.
Dabei spielen auch unsere bisherigen Beziehungserfahrungen eine Rolle.
Wer wiederholt Zurückweisung, Unsicherheit oder emotionale Verletzungen erlebt hat, kann in späteren Beziehungen besonders empfindlich auf bestimmte Situationen reagieren.
Eine ausbleibende Nachricht, ein Streit oder der Wunsch nach mehr Verbindlichkeit können dann starke Gefühle auslösen.
Der Körper reagiert möglicherweise mit Herzklopfen, innerer Unruhe, Anspannung oder dem Bedürfnis, sich zurückzuziehen.
Diese Reaktionen sind nicht einfach eine bewusste Entscheidung. Sie können Teil erlernter emotionaler Reaktionsmuster sein.
Allerdings hat nicht jede Bindungsangst ihren Ursprung in der Kindheit. Auch spätere Erfahrungen und die aktuelle Beziehungssituation können eine wichtige Rolle spielen.
Kann man Bindungsangst überwinden?
Ja, belastende Beziehungsmuster können sich verändern.
Ein wichtiger Schritt besteht darin, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen.
Was löst die Angst aus? Welche Gedanken entstehen? Was passiert dabei im Körper? Und wie reagierst du anschließend?
Mit der Zeit kann es möglich werden, zwischen tatsächlichen Problemen in einer Beziehung und angstbedingten Erwartungen besser zu unterscheiden.
Dabei geht es nicht darum, jede Angst sofort loszuwerden.
Es geht darum, einen anderen Umgang mit ihr zu entwickeln und Beziehungen zunehmend bewusster zu gestalten.
Kann Bindungsangst auch ohne Therapie besser werden?
Nicht jede Form von Bindungsangst erfordert eine Psychotherapie.
Selbstreflexion, verlässliche Beziehungserfahrungen, offene Kommunikation und ein bewusster Umgang mit belastenden Gefühlen können bereits hilfreich sein.
Wenn sich jedoch immer wieder dieselben schmerzhaften Beziehungsmuster zeigen, die Angst stark ausgeprägt ist oder Beziehungen erheblich belastet werden, kann therapeutische Unterstützung sinnvoll sein.
Wie lange dauert eine Therapie bei Bindungsangst?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind unter anderem die Intensität der Ängste, bisherige Beziehungserfahrungen, mögliche weitere psychische Belastungen und die individuellen Ziele.
Manche Menschen möchten zunächst einzelne Reaktionsmuster verstehen. Andere benötigen eine längerfristige therapeutische Begleitung.
Eine seriöse Therapie kann deshalb keine bestimmte Dauer oder vollständige Auflösung der Bindungsangst garantieren.
Online-Therapie bei Bindungsangst und Verlustangst
Gerade Beziehungsthemen berühren häufig sehr persönliche und verletzliche Gefühle.
Vielleicht fällt es dir schwer, darüber zu sprechen, wie groß deine Angst vor Zurückweisung ist. Oder du schämst dich dafür, dass du immer wieder Nähe suchst und anschließend auf Abstand gehst.
In meiner psychotherapeutischen Begleitung schauen wir gemeinsam darauf, welche Gefühle, Erfahrungen und Reaktionsmuster dich belasten.
Dabei arbeite ich mit verschiedenen therapeutischen Methoden und achte darauf, dass wir in einem Tempo vorgehen, das zu dir passt.
Auch eine Online-Begleitung ist möglich. Du kannst die Gespräche in deiner vertrauten Umgebung führen. Ob dieses Format für dein Anliegen geeignet ist, klären wir gemeinsam.
Du musst nicht immer wieder dieselben Beziehungsmuster erleben
Vielleicht hast du dich schon oft gefragt, warum du dich nach Liebe sehnst und gleichzeitig so viel Angst davor hast.
Diese inneren Widersprüche können sehr belastend sein.
Aber du kannst lernen, deine Gefühle besser zu verstehen und neue Wege im Umgang mit Nähe, Unsicherheit und Beziehungen zu entwickeln.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, lade ich dich zu einem kostenlosen telefonischen Kennenlerngespräch ein.
Gemeinsam können wir besprechen, was dich beschäftigt und ob meine psychotherapeutische Begleitung für dich passend ist.
Eva-Maria Lieberam
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Berlin-Zehlendorf und Online-Therapie
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